Dankbarkeit
von Hartmut Sch.
8. Februar 2026

Friedrich von Bodelschwingh, bekannt für seine Arbeit in der Inneren Mission und die Gründung der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld, sagte einmal treffend: „Unser Glaube ist gesund, wenn wir das Danken gelernt haben.“ Dem stimmt auch der unvergessene Evangelist Wolfgang Dyck zu mit der Aussage: „Der Dank ist der Maßstab meiner Gottesnähe oder Gottesferne.“
Im sogenannten Monatsspruch der „Losungen“ geht es genau darum:
Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.
5. Mose 26,11
Dieser großartige Satz steht im Zusammenhang mit der „Erstlingsgabe“. Jeder Israelit, der in das „gelobte Land, in dem Milch und Honig fließen“ kommen würde, sollte jeweils die Früchte der ersten Ernte in einen Korb legen und zum Tempel bringen. Dies war ein Ausdruck von Freude, aber vor allem auch von Dankbarkeit. Im Originaltext der Bibel steht auch noch: „Lass auch die Leviten und die Fremden, die bei dir leben, daran teilhaben“ (an den dir geschenkten guten Gaben).
Und jeder Israelit, der so sein Dankopfer in den Tempel brachte, wusste, wem er das alles verdankte. Das sollte er nie vergessen: Unser Gott und niemand anders ist der Geber aller Gaben. Das bewahrte ihn damals und uns heute vor falscher Selbstverständlichkeit.
Auch wir brauchen das, dass wir immer wieder zur Dankbarkeit aufgerufen werden. Sonst geht es uns wie dem schwäbischen Bauern, der in einem guten Jahr stolz seine dicken Kartoffeln herzeigte mit dem Hinweis: „eigenes Gewächs“. Dagegen, wenn die Ernte eines Jahres einmal mager war und die Kartoffeln klein blieben, sagte er entschuldigend: „So hat es der Herrgott halt wachsen lassen.“
Der Dankbare nimmt alles aus der Hand des Herrn und freut sich von Herzen an dem vielen Guten, das der Herr immer wieder schenkt, auch wenn die Kartoffeln manchmal klein bleiben. Und das gilt für alle Lebensmittel. Das gilt außerdem für Dinge, die man nicht essen kann: für unsere Gesundheit, für unsere Familie, für den inneren und äußeren Frieden, in dem wir leben dürfen, und vieles andere.
Und Dankbarkeit ist auch und gerade dann wichtig, wenn in unserem Leben Dinge geschehen, die wir uns viel lieber ganz anders gewünscht hätten. Manchmal gilt es gerade dann auch Dank zu opfern.
Darauf weist uns der letzte Vers des 50. Psalms hin:
Wer Dank opfert, der preist mich und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.
Psalm 50,23
In meinem Leben gibt es beides: Ich kann Gott fröhlich danken für so Vieles, was er mir Tag für Tag schenkt. Ich kann ihm fröhlich danken, dass ich erlebe, wie er selbst nach Jahren noch Gebete erhört, indem er Situationen so ordnet, dass ich nur staunen kann.
Ich danke ihm aber auch in manchem Bezug meines Lebens unter Tränen. Doch auch da will ich ihm danken, obwohl ich seine Wege nicht verstehe. Mir ist klar geworden: Ich muss auch nicht alles verstehen, was Gott gibt, nicht gibt und zulässt. Es reicht zu wissen, dass dieser Gott und Vater immer weiß, was er macht und dass ihm dabei nie ein Fehler passiert.




