Ewigkeits-Monat November
von Susanne B.
3. November 2025

Mancher,
Johann Albrecht Bengel
der sich vor dem Gericht Gottes
zu sehr gefürchtet hat,
wird sich in der Ewigkeit schämen müssen,
dass er dem Herrn
nicht noch mehr
Gnade zugetraut hat.
Christliche Feste geben Struktur im Leben
Vor Kurzem eröffnete mir ein Bekannter ganz überraschend, dass er demnächst in südliche Gefilde auswandern wird. Dauerhaft Sonne und immer Wärme, das ist es, was er und seine Familie suchen. Tatsächlich ist es doch so: Wenn die Tage im Spätherbst kurz und grau werden und die Natur sich schlafen legt, fallen zahlreiche Menschen in ein Seelenloch.
Das Gespräch ging mir nicht so schnell aus dem Kopf und ich habe überlegt: Immer im Sommer zu leben, da würde mir dann doch einiges fehlen! Ich genieße die unterschiedlichen Jahreszeiten, jeden neuen Monat mit seiner Andersartigkeit, seinem Charme und Reiz, je länger, je mehr. Gott hat sich viel ausgedacht mit der wechselnden Natur und ihren Eigenheiten, mit denen er uns beschenkt – und das auch im November.
Nicht nur die Natur strukturiert unser Jahr, sondern parallel mit ihr auch unsere christlichen Feste im Kirchenjahr, die sich gegen Ende eines Jahres häufen. Christliche Feste haben doch dabei immer auch eine rhythmisierende Funktion: Sie gliedern den Ablauf eines Jahres. Dass ein Jahr vergeht, ist auch erlebbar im Feiern der aufeinanderfolgenden Feste.
Wenn wir uns die einmal näher anschauen, dann vollzieht unser christlicher Festkalender das Leben Jesu nach. Wir schreiten jedes Jahr sein Leben ab – von der Geburt, über sein Leiden, Sterben und Auferstehen bis hin zu seiner versprochenen Ankunft, dem Advent. Diesen Ablauf ergänzen unter anderem das Erntedankfest im Oktober sowie der Ewigkeitssonntag im November. Viele Monate haben so auch ein christliches „Thema“, das für uns von außerordentlicher Bedeutung ist.
„Wo komm ich her? Und wo geh ich hin?“ Und wie lebt es sich zwischendrin?
Nehmen wir das doch mal als Anlass, uns den November im Kirchenjahr näher zu betrachten: Neben dem kath. St. Martinstag, einem Gedenktag, der unter anderem den Beginn der Fastenzeit und für Kinder den Laternenumzug markiert, führte man 1952 den Volkstrauer-tag ein, der an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert. Er wird immer am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres begangen. Eine Woche später folgt der „Ewigkeitssonntag“, auch Totensonntag genannt. Der Name „Ewigkeitssonntag“ wird bevorzugt, um den Fokus von der Trauer auf die tröstlichen Aspekte zu lenken. Er fällt immer auf den letzten Sonntag des zu Ende gehenden Kirchenjahres. Das neue kirchliche Jahr beginnt dann am ersten Advent.
Lasst uns doch einmal bewusst den besonderen Tagen im November nachspüren! Auch Menschen, die mit christlichen Themen nicht so viel anfangen können, bewegen Fragen nach Tod und dem Leben danach. Darauf wurde ich aufmerksam, als ich neulich das Lied von Peter Maffay hörte, der unter anderem dieser Frage in einem seiner Lieder nachgeht: „Wo komm ich her? Und wo geh ich hin?“ Ja, und man könnte dann ergänzen: Und wie lebt es sich zwischendrin?
1. Thess 4, 13 – 18 ist ein Text, der sich anbietet. Dort geht es um die Frage, was mit den Toten sein wird, wenn Jesus wiederkommt und seine ewige Herrschaft aufrichten wird. Paulus ist es ein Anliegen, dass darüber Klarheit und keine Verwirrung herrscht. Denn Fragen über die Ewigkeit sollen nicht beunruhigen und belasten, sondern die Antworten sollen Vorfreude wecken. Alle sollen wissen, was mit ihnen geschieht: Weil Jesus auferstanden ist, soll das auch für seine Nachfolger gelten. Wie er, so ich! Eine lebendige Hoffnung hat der, der glaubt, dass Jesus lebt. Und der, der Jesus von den Toten auferweckt hat, wird auch uns auferwecken.
Lassen wir uns doch in diesen Tagen mit tröstlichen Gedanken beschenken, um mit neuer Kraft wieder in den Alltag zu gehen!
Wo wir herkommen, sind wir gewollt,
Hans Joachim Eckstein
und wo wir hingehen, werden wir erwartet.




